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"... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten.
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WTR


Forum-Birder
85 Beiträge

"... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-07-30 15:34


Einzige Voraussetzung: Man muss jemanden finden, der bereit ist (absichtlich?) so dilettantisch gut-zu-achten, dass die ganze Welt darüber lachen würde. Mit Ausnahme der NÖ Behörde - die sich so was auftischen lässt - und der Schwarzstörche, die keine 800 Meter entfernt brüten.

Ein Einzelfall? Werden solche Gutachten vom Technischen Büro Rainer Raab (TB Raab) gar am Fließband angefertigt?
http://www.tbraab.at/de/projekte.html 


Beispiel 1, Windpark Siegmundsherberg

In einer 12-stündigen (kein Tippfehler!) Erhebung durch das TB Raab wurden im Kernareal von über einer Million m² lediglich elf (11 und wiederum kein Tippfehler!) und in den Jahren 2000-2014, (also in 15 Jahren!) insgesamt 47 Vogelarten (inkl. gekauften Streudaten von Birdlife?) festgestellt. Als Schlussfolgerung gilt das WP-Projekt als unbedenklich, weil sich naturschutzfachlich relevante Vogelarten ausschließlich außerhalb des WP-Bereiches aufhalten.
Kurze Anmerkung meinerseits: Wer jetzt anhand der mageren Daten auf ein Projektgebiet mitten in der Sahelzone schließen würde, liegt falsch. Es handelt sich um das NÖ Pulkautal.

Die echt lesenswerte Stellungnahme vom Büro Lechthaler:
http://windpark-neindanke.at/wordpress/wp-content/uploads/2014/09/Eingabe-Lechthaler-Sigmundsherberg.pdf
Auszug:
"Dass es sich bei Vögel um mobile, flugfähige Tiere handelt, deren Bewegungsradius mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Potentialfläche mit einschließt, wird vom Gutachter sicherheitshalber nicht in Erwägung gezogen."
"Zum Uhu vermerkt das TB Raab, dass während der 12-stündigen Kartierung kein Exemplar beobachtet werden konnte. Dies erscheint insofern glaubhaft, als die Beobachtungen allesamt während der Tagesstunden durchgeführt wurden ..."
"Dass diese Gutachter nicht unabhängig agieren, ist selbst für Laien nach Einsicht in die "Expertisen" durchschaubar. Umso mehr müsste die prüfende Behörde die Mängel in den Unterlagen erkennen, die Stellungnahmen zurückweisen und die Gutachter wegen Befangenheit ablehnen."

Ein weiterer Einspruch durch Leopold Sachslehner:
http://windpark-neindanke.at/wordpress/wp-content/uploads/2014/09/Orn-Stellungnahme-Widmung-Kainreith_Walkenstein-LS-Nov2014.pdf
Auszug:
"Es handelt sich geradezu um eine Verhöhnung eines ernsthaften Vogelschutzes!"

Beispiel 2, Windpark Schwarzenbach

Der Planungsbereich liegt mitten in einem den Anrainern seit Jahren bekannten Schwarzstorch-Brutgebiet. Das wurde auch vom untersuchenden Umweltbüro festgestellt. Daraufhin wurde dieses Büro vom Projektwerber/Betreiber durch das (einschlägig bekannte?) TB Raab mit (dem lt. Lechthaler "... fachlich völlig unbelasteten ...") Teamleader Rainer Raab ersetzt.
Nach Bekanntwerden des Gutachterwechsels schrillten bei den Anrainern natürlich die Alarmglocken. Auf eigene Faust haben sie heuer einen Schwarzstorchhorst mit zwei Jungstörchen in weniger als 800 m Entfernung zum geplanten Windpark, mehrere alte Horste und die Reviernutzung der Störche dokumentiert. Zur selben Zeit hat, wenig überraschend wenn man die Vorgeschichte kennt, das TB Raab in einer ersten Erhebung festgestellt: Es gibt in dem Gebiet keine Schwarzstörche. Bereits ein paar Tage später stand NÖ‘s in der Sache engagierte Umweltanwalt Hansmann unter dem Horst mit den Jungvögeln. Den es lt. TB Raab ohne Störche ja nicht geben kann.

Unfassbar mit welcher Dreistigkeit Gutachten präsentiert werden, deren Grundlage Daten sind, die laut tatsächlichen Experten systematisch zu falschen Jahres- und/oder Tageszeiten, an den falschen Orten erhoben wurden, sicherheitshalber gleich gar nicht erhoben wurden, ... – und diese von der Behörde in NÖ entgegengenommen werden. Für mich unseriös, peinlich und widerlich! Oder um es mit Lechthaler‘s Worten auszudrücken: „… ist eine derartige Vorgehensweise strikt abzulehnen und mit einem modernen Rechtsstaat nicht kompatibel.“

Warum solche Büros nicht aus dem Verkehr gezogen werden ist mir allerdings NICHT rätselhaft.

Warum darüber hinaus Beamte der NÖ Behörde die - sollte man annehmen - zur Objektivität verpflichtet wären, sich bei jeder Gelegenheit so hoch verdichteten Schmarrn auftischen lassen, lässt ebenfalls genügend Raum für widerlichste Spekulationen.

Und abschließend gleich die direkte Frage an Rainer Raab:
Würden Sie mal offenlegen wie viele Projekte in trappenfreien Landschaften Österreichs in den letzten Jahren mit welchem fachlichen Aufwand von ihrem Büro als weitgehend unbedenklich begutachtet wurden und wieviele nicht?


Hier die beiden Jungvögel – damit niemand behaupten kann, es gäbe sie nicht:


WTR




Geändert von WTR am 31.Jul.2015 1:45
 
 
     
wk


Forum-Birder
196 Beiträge

Re: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-07-31 02:49


Hallo!

Wegen

-->

... Und abschließend gleich die direkte Frage an Rainer Raab: ...

-->


Da es sich um ein Forum handelt, glaube ich, dass der direkte Kontakt hier auf alle Fälle geeigneter wäre als ein Forum quasi als "Proxy" zu verwenden.

lG

Wolfgang


 
     
JFE


Forum-Birder
346 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-07-31 11:34


Hallo WTR, ich kann deinen Ärger verstehen, aber Personen hier so an den Pranger zu stellen ist meiner Meinung nach nicht richtig. 12-stündige Beobachtung sagt ja schon viel aus, und die beurteilende Stelle (Naturschutzabteilung), wird sich dabei ja auch Gedanken machen (über die Qualität so eines Gutachtens). Inhaltlich sind wir uns einig (Windkraftanlagen haben in Wäldern, besonders mit gefärdeten Arten nichts verloren).

lg gb Johannes JFE




Geändert von JFE am 31.Jul.2015 11:35
 
     
SUC


Forum-Birder
223 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-07-31 12:34


Ich finde es richtig, solche Umtriebe einmal ins Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Unseriöse Gutachter sind ein Problem im Naturschutz, in Niederösterreich ist das iZm Windkraft gehäuft zu beobachten.

 

Die Behörden machen sich leider eben keine Gedanken über die Qualität dieser „Gutachten“, im Gegenteil, konkrete Hinweise auf deren fachliche Unzulänglichkeiten werden bewusst ignoriert.

 

Die Behauptung von RR, es gebe in Schwarzenbach keinen Schwarzstorch, ist nur entweder mit Inkompetenz in ornithologischer bzw. methodischer Hinsicht oder mit bewusster Wahrheitswidrigkeit zu erklären. Das Aufzeigen dieses Umstandes durch WTR ist notwendiger Weise personenbezogen. Aber es wird niemand gezwungen, Naturschutzinteressen derart zu hintertreiben.

 

mfG

Sergej


 
     
WTR


Forum-Birder
85 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-07-31 14:08


@Wolfgang (wk)

Also ich mach mir um 02:49 keinen Kopf über Glaubensfragen und überlasse die Moderation den den dafür vorgesehenen Moderatoren. Die halte ich für wesentlich besser qualifiziert. Du nicht?



@Johannes (JFE)

Hab natürlich und vorher einige Zeit darüber nachgedacht, weil ich dir prinzipiell zustimmen kann/muss. Aber auf der einen Seite sind das aber dermaßen dreiste Gutachten auf der anderen Seite keine Einzelfälle. Leider sind‘s auch immer öfter zwei Paar Schuhe was sich eine Behörde (wahrscheinlich eh) denkt und was sie letztlich je nach (partei)politischer Laune entscheidet. Oder entscheiden muss.

Bewusst ausgeklammert hab ich jedoch die Personen die vor Ort recherchiert haben, weil ich nicht einsehe, dass sie für solche Gutachten den Kopf hinhalten sollen. Außerdem, was sollen sie finden in den paar Stunden? Die reißen sich i.d.R. eh den 3 auf.

Das System ist krank, wo sich ein Bauwerber die Gutachter aussuchen kann und dadurch die anbietenden Büros gezwungen sind mit dem geringstmöglichen Aufwand in den Wettbewerb zu gehen. Wenn das so weiter geht, bleiben am Ende die unseriösest arbeitenden Büros über. Da hat die Betonlobby quer durch die Parteien (in NÖ bloß Partei) bei der Gesetzgebung ganze Arbeit geleistet.
Ganz perfide wird‘s dann, wenn die Büros auch noch Anrainer "einspannen" und sie beinahe dazu nötigen Datenmaterial zu liefern, weil sonst das Übel jedenfalls kommt. Es wäre m.M.n. ausschließlich die Aufgabe der Büros ALLES und in entsprechender Qualität zu prüfen. Ausschließlich sie bekommen ja dafür bezahlt.

Nicht gut finde ich, wenn Birdlife Datenmaterial kommerziell anbietet und die (die Büro‘s?) sich dann damit indirekt die Absolution erkaufen. Das sollte Birdlife zumindest ebenso, wenn nicht ausschließlich und kostenlos zur Evaluierung der" Professionisten" den Betroffenen zur Verfügung stellen. So wie hunderte Freiwillige die Daten ja auch für Birdlife kostenlos sammeln. Ich mag einfach nicht glauben, dass jemand freiwillig für solche Gutachten Daten sammeln würde. Oder?

Kleine Überlegung meinerseits: Vielleicht wäre es für eine Umweltorganistation (Birdlife?) eine interessante Aufgabe mal alle relevanten Gutachten nach objektiven Qualitätskriterien zu evaluieren und den Büros ein Gütesiegel auszustellen?

Ich möchte hier nochmals auf die echt lesenswerte Stellungnahme vom Büro Lechthaler hinweisen, die geht ja auch über eine spezielle Person hinaus:
http://windpark-neindanke.at/wordpress/wp-content/uploads/2014/09/Eingabe-Lechthaler-Sigmundsherberg.pdf
Ich kann leider niemand dazu zwingen aber ich bitte jeden sich dafür die Zeit zu nehmen das von vorne bis hinten durchzulesen. Auch die "Barbl’sche Wanderanomalie" (© nicht ich!) ist ein Kronjuwel heimischer Gutachtertätigkeit.



@Sergej

Danke für die Zusammenfassung ;-)



WTR


 
     
wk


Forum-Birder
196 Beiträge

Re: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-07-31 14:27


Das ist keine Glaubensfrage sondern einfach die Netiquette, dazu gehört es auch, keine Personen an den Pranger zu stellen, die
möglicherweise das Forum gar nicht lesen, da ist ein Nachricht an one-to-one besser geeignet als ein Broadcast to all.

Da ich zu jeder Tages- und Nachtzeit online sein muss/darf/kann, ist alles andere meiner Meinung nach unerheblich.

Ich würde wie gesagt direkt den/die Betroffenen fragen und nicht über ein Forum den Unmut "ausschütten".

Vielleicht kann sich auch jemand von BirdLife direkt zu den Vorwürfen melden, wenn es von Relevanz ist.

lG

Wolfgang


 
     
MRI



Moderator
2255 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-07-31 16:26


Ich bin dafür und konstruktiv zu sein. Schon lange wünsche ich mir eine Zertifizierung. Am besten eine Art ISO.... Ein Pranger soll unser Forum nicht sein. Details später.

LG

Martin


 
     
HeinzK


Forum-Birder
84 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-01 08:09


Ich hab mir die Stellungnahmen durchgelesen. Somit bin ich der selben Meinung wie Sergej.

Das gehört sehr wohl an die Öffentlichkeit. Daher ist das Forum schon der geeignete Platz um Mißstände

auf etwas breiterer Ebene kundzutun.

GB! Heinz




Geändert von HeinzK am 1.Aug.2015 8:30
 
     
JFE


Forum-Birder
346 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-01 10:26


Hallo WTR, ich bin von MEINER persönlichen Einstellung ausgegangen und hatte keine anderen Infos, als hier standen. Missstände aufzuzeigen ist ok, es geht um die Form.

Ich wollte nur die Kollegen vom Naturschutz "verteidigen" (weiß nicht, ob die hier mitlesen). Die wurden indirekt ja auch angegriffen. Die Sache mit Birdlife wusste ich nicht. Allerdings kann jeder angemeldete user von ornitho.at sich die Daten ansehen (nutzen aber rechtlich wohl nicht).

Zum Qualitätsstandard: Daten sammeln kostet Zeit = Geld. So ein Gutachten wird vielleicht im Herbst beauftragt und muss im folgenden März fertig sein. Wo kommen dann die Brutzeitdaten her? Im Endeffekt muss die Behörde die Qualität dieser Arbeit (mit)berücksichtigen und Nachbesserungen verlangen. Über nähere Details könnte ich jetzt nur spekulieren. Standards wären nicht schlecht (mehr Qualität kostet aber was).

lg Johannes JFE


 
     
wk


Forum-Birder
196 Beiträge

Re: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-01 11:56


Da gehe ich mit JFE d‘accord. Es geht nicht ums fachliche, sondern dass wir Ornithologen

respektvoll miteinander umgehen.  Wahrscheinlich macht es Sinn Rainer Raab direkt zu kontaktieren. 

Wenn sich das keiner "traut", übernehme ich das gern. 

Kürzt wahrscheinlich einiges ab.

lG

Wolfgang


 
     
SUC


Forum-Birder
223 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-02 22:37


Hallo Wolfgang,

Du scheinst nicht ganz zu verstehen, worum es geht. Dass irgendwer irgendwen kennt und dann irgendwas ausmauschelt löst nicht das Problem sondern ist genau dessen Ursache.

Und RR ist ja nicht der einzige "Gutachter", der alles "durchwinkt". Auch bereits bestens bekannt ist ein in Gerasdorf angesiedeltes Büro, von dem man für genug Geld wohl auch für einen Windpark im Wildnisgebiet Dürrenstein ein positives Gutachten bekäme:

http://windpark-neindanke.at/wordpress/wp-content/uploads/2014/09/Stellungnahme-Lechthaler-Windpark-Meiseldorf.pdf

BG
Sergej


 
     
JFE


Forum-Birder
346 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-03 07:53


Hallo, ganz verstehe ich die Aufregung nicht. Es hat immer Gutachter FÜR und GEGEN die jeweilige Sache gegeben. Das ist ja nichts neues. Über die Qualität dieser Gutachten muss dann die Behörde im Verfahren urteilen, und u.U. einen weiteren (amtlichen) Gutachter oder Sachverständigen beauftragen. Es gibt ja noch andere Aspekte in solchen Verfahren, der Vogelschutz ist nur ein Punkt (neben Lärm/Infraschall, Landschaftsbild, Fledermäuse, Schatten...). Die anderen Faktoren (Wirtschaft, Politik) lass ich jetzt mal weg.

Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: ich würde bei so einem Pro-Gutachten nicht mitmachen.

lg JFE


 
     
WTR


Forum-Birder
85 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-03 10:54


Hallo zusammen!

Nachdem uns Sergej das dritte Schwachsinns-Beispiel (Meiseldorf) aufgetischt hat, kurz die Antworten und die aktuelle Informationslage:

@wk
Verstehe leider nicht was dein Kummernummer-Angebot bewirken soll. Es ist nett aber vollkommen unerheblich was sich Rainer Raab und ich oder sonstwer mit sonstwem ausschnapsen, es laufen zur Zeit mehrere Amtsschimmel im vollen Galopp:
Erstens wurde das Projekt Windbach Schwarzenbach vor einigen Wochen bereits vom Werwaltungsgerichtshoft in Fuzzerl zerissen, die Betreiber machen aber trotzdem weiter und legten Revision ein.
Zweitens ist die Flächenwidmung, wenn die Informationen stimmen - Amtseinsicht gibt‘s ja nicht, noch immer im Laufen.
Und drittens, selbst dann, wenn ein Gutachter bestätigen würde (das ist mit RR abgeklärt, dem Argument tritt er auch bei) dass ein Schwarzstorchhorst im Bereich bis 1500 Meter von einem Windrad nicht geht, ist auch das irrelevant, weil ein Betreiber dann einfach ein bisserl umplant, den nächsten Gutachter holen und weitermachen kann. Und, das ist die Befürchtung der Bürgerinitiative, das auch machen wird. Spricht -in dem Fall leider- rechtlich nichts dagegen, hat der Betreiber bereits einmal gemacht als ihm der Horst des vergangenen Jahres (2014) bekanntgegeben wurde und dann ein anderes Büro bei Null zu arbeiten begonnen hat. Und wenn ich alles machen möchte, aber 2016 wieder einen Horst mit juv. suchen, sicher nicht.
Pranger hin, Netiquette her, Tatsache ist, dass hier Firmen wegen mangelnder (eigentlich gar keiner) Qualität ihrer Gutachten und nicht die Mizzitant wegen ihrer subjektiv verschrobenen Meinung angegriffen wird. Die Gutachter bekommen bezahlt und werden darüber hinaus nicht gezwungen diese "so" zu verfassen. Die Auswirkungen dieser Gutachten beeinflussen das öffentliche Leben, wenn die Mizzitant bei ihr z‘Haus am Tisch haut ist mir das egal.
Und falls du damit immer noch nicht glücklich bist, kann ich dich beruhigen, es wird telefoniert, nur traut keiner dem anderen über den Weg. Siehe oben ... Ich steh, vielleicht ein wenig grantig jedenfalls auf der Seite der Schwarzstörche, du?


@JFE
Wenn aktuell gleich zwei Windparks im Bruthabitat von Schwarzstörchen errichtet werden sollen (Schwarzenbach, Meiseldorf), dann ist das für mich sehr wohl ein Grund sich aufzuregen. Mir ist aber auch klar dass ich damit keine Volksabstimmung gewinnen werde, wenn schon hier im Forum Netiquette wichtiger ist als Fakten und sich jeder zweite Beitrag zum Thema in diese Gegend verirrt.
Wenn dann noch dazu Gutachten auf diese Art und Weise angefertigt werden, dann erst recht. Damit kommt nämlich nicht nur die Umwelt unter die Räder, sondern auch die seriösen Büros‘s die so eine "Arbeit" mit ein paar Stunden Kartierung gar nicht anbieten würden. Ein Problem das die Behörde dann noch damit verschärft, so einen Schmarrn überhaupt entgegen zu nehmen. Lärm/Infraschall, Landschaftsbild, Fledermäuse, Schatten, Wirtschaft, Politik, überlasse ich aber anderen ... Experten für ALLES gibt‘s eh genug.


Insgesamt bewegt sich zur Zeit einiges, weil es einfach gewaltige Argumente gegen den Windpark in Schwarzenbach gibt. Ein Horst in der Ausschlusszone, ein ([noch] nicht rechtswirksames) Gerichtsurteil welches das Prokjekt in Fuzzerl zerreißt, ein Haufen Gutachter die über andere herfallen, Umweltanwalt ist auch dagegen, ...
Mir ist klar, dass das mit meiner Birdlife Ehrenpräsidentschaft nix mehr wird, aber wer weiß, vielleicht springt auch Birdlife noch mit auf auf den Zug, wenn sie mal wissen wo‘s hingeht und wer mitfahren darf/kann/will/.

Und, und, und ...

WTR


 
     
ag0


Forum-Birder
6 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-03 11:30


@SUC: Ich habe versucht den Text zu Meiseldorf zu lesen (ich kenne das Gebiet) habe aber in der Mitte abgebrochen. Das strotzt ja nur so vor unbewiesenen Vorwürfen und Unterstellungen. Ich will jetzt garnicht auf jeden Punkt eingehen, das führt zu weit, aber jemand anderem fachliche Inkompetenz vorzuwerfen und dann selbst fachlich kaum Argumente zu liefern (bzw. einfach Behauptungen in den Raum zu stellen) ist schon ziemlich schwach... ich frage mich wieviele Windpark-Gutachten hat der Herr Lechthaler eigentlich schon erstellt hat und von welchen Interessen er geleitet ist. Wenn man den Text aufmerksam liest bekommt man da schon einen Verdacht....

zum Thema: Windparks in der Nähe von Schwarzstorchhorsten gehen natürlich garnicht und zu wenig umfangreiche Untersuchungen können auch ein Problem sein. Da ist aber finde ich die Politik gefordert neue Regeln einzuführen, z.B. nach Vorbild des bayrischen Windkrafterlasses, oder wie ist hier die Meinung dazu? :)

LG, Patrick




Geändert von ag0 am 3.Aug.2015 11:31
 
     
JFE


Forum-Birder
346 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-03 12:32


Hallo,

@WTR ich glaube du verkennst die Schlagkraft des Naturschutzes (im allgemeinen) und der Gutachter (im konkreten). Erstens ist der Naturschutz nur ein Aspekt (wie oben beschrieben). Zweitens würde ich einmal behaupten, dass Gutachter (allein) noch nie etwas verhindert haben (wenn eine Lobby und oder die Politik) etwas durchziehen wollten. In manchen Fällen werden ja sogar EU-Vorgaben ignoriert (bitte erspar mir Beispiele). Das ist traurig aber die Realität in weiten Bereichen. Allein die breite Öffentlichkeit kann da Druck machen, was aber bei der Windkraft nicht so eindeutig ist (wie bei Atomkraft).

lg JFE


 
     
Martina St.


Forum-Birder
14 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-03 14:25


Hallo,

ein paar Kommentare aus fachlicher Sicht - völlig neutral und ohne jemanden an den Pranger stellen zu wollen…Obwohl mir nicht klar ist, was das genau bedeuten soll: wird ein Künstler auch „an den Pranger gestellt“, wenn sein Werk öffentlich in Medien diskutiert und beurteilt wird? Trifft dies auch auf einen Möbelhersteller zu, wen jemand öffentlich beklagt, er hätte anstatt des ganzen Designer-Stuhls nur ein einzelnes Sesselbein geliefert bekommen (sofern dies den Tatsachen entspricht)?

@WK: Meiner Information nach haben einzelne one-to-one Gespräch durch renommierte Ornithologen bereits stattgefunden. Wenn dies etwas bewirkt hätte, wäre dieser Beitrag von WTR nicht nötig.

Ebenso wäre dieser Beitrag unnötig, wenn die Naturschutzbehörde (wer genau?) in einem SUP-Verfahren Mitspracherecht hätte, dieses wahrgenommen hätte oder von entscheidender Stelle berücksichtigt worden wäre.

Den Medien kann man entnehmen, dass zu allen 6 im Waldviertel geplanten Windparkprojekten die Flächenumwidmungen durch die zuständige Behörde aufgrund der vorgelegten Gutachten befürwortet und durch die Gemeinden bereits durchgeführt wurden. Ich persönlich kenne diese Gutachten (noch) nicht, gehe aber davon aus, dass sie von den Verfassern der Stellungnahmen sehr genau gelesen wurden. Meine Ansicht beruht also mangels weiterer Information (Gutachten sind nicht leicht zu bekommen) auf den dort genannten Fakten.

@ JFE: zu deinem Statement:
"Zum Qualitätsstandard: Daten sammeln kostet Zeit = Geld. So ein Gutachten wird vielleicht im Herbst beauftragt und muss im folgenden März fertig sein. Wo kommen dann die Brutzeitdaten her?

Verstehe ich es richtig, dass du es als Problem oder Entschuldigung ansiehst, dass ein unabhängiges, neutrales und professionell durchgeführtes Gutachten zeitintensiv wäre und die dafür nötige Grundlagenarbeit Geld kosten würde? Kein TB arbeitet gratis.

Ein im Herbst beauftragtes und im März fertig gestelltes ornithologisches Gutachten wäre, als ob man die Messung des Schneereichtums bzw. der durchschnittlichen winterlichen Temperaturen eines Gebietes im Sommer in Auftrag geben würde. Wären die aktuellen Daten nicht vorhanden, würde dann ein Gutachter die von 1836 nehmen? Würde er 50 zufällig von Hobby-Meterologen notierte Messwerte der letzten 15 Jahre auswerten und daraus den Durchschnitt berechnen oder vorsichtshalber annehmen, es gäbe in diesem Gebiet keinen Schnee...?

Würdest du deine Ansichten auch vertreten, wenn es um ein statisches Gutachten eines TB für dein Wohnhaus ginge? Stell dir vor, die Behörde fordert dich auf, ein solches vorzulegen. Du beauftragst also um 17:55 Uhr einen Statiker. Umgelegt auf die speziellen Projekte würde das Ergebnis in etwa so aussehen:

Sigmundsherberg: am folgenden Tag um 8:00 Uhr morgens bescheinigt dir der Gutachter, dein Haus wäre vollkommen sicher. Entscheidungsgrundlage für diese Erkenntnis:

1) er ist 3 Minuten durch dein Haus spaziert (davon 1,5 Minuten in völliger Dunkelheit)
2) die Nachbarn haben ihm bestätigt, dass die Bausubstanz deines Hauses in Ordnung ist
3) dem Verein der Hobby-Statiker liegen aus den letzten 15 Jahren keine Hinweise auf Mängel an deinem Haus vor
4) der Statiker hat deinen Gartenzaun 12 Minuten lang umfassend geprüft und an diesem Mängel festgestellt, die aber nicht dein Haus betreffen.

Schwarzenbach: nach 2 Tagen bescheinigt dir der Gutachter, dein Haus wäre vollkommen sicher. Entscheidungsgrundlage:

1) er ist 3 Minuten durch dein Haus spaziert
2) er hat 150 Minuten lang akribisch das Haus deines Nachbarn geprüft
3) Innenausstatter haben ihm bestätigt, dass sie an deinem Haus keine Mängel bemerkt haben
4) ein bereits vorhandenes statisches Gutachten und die von Hobby-Statikern vorgelegten Beweise zu erheblichen Mängeln wurden ignoriert

Meiseldorf: nach 3 Monaten bescheinigt dir der Gutachter, dein Haus wäre vollkommen sicher. Entscheidungsgrundlage:

1) Hinweise auf mögliche Mängel liegen vom Verein der Hobby-Statiker vor
2) das Haus wurde umfassend geprüft, auch die Mitarbeiter des gutachterlich tätigen Büros haben gravierende Mängel festgestellt
3) von Nachbarn liegen Beweise über erhebliche Mängel an deinem Haus vor
4) der Gutachter geht davon aus, dass diese Mängel zwar im Allgemeinen, aber sicher nicht bei deinem Haus zum Einsturz führen könnten.

Keine Frage, dass deine persönliche Sicherheit bedeutender wäre als das eine oder andere Individuum einer gefährdeten Tierart. Aber sollten es die Rahmenbedingungen nicht allen Gutachtern ermöglichen, gewissenhafte und objektive Beurteilungen abgeben zu können?

„Standards wären nicht schlecht (mehr Qualität kostet aber was)."

Weniger Qualität kostet auch was – Qualität ist ja nicht unbedingt mit Zeit gleichzusetzen: 12, 50 oder 100 Stunden im Planungsbereich zu erheben kostet das gleiche wie außerhalb. Und in derselben Zeit keine naturschutzfachlich relevanten Arten festzustellen, kostet das gleiche wie das Aufschreiben von relevanten Brutvogelarten - nämlich 12, 50 oder 100 Stunden Arbeitszeit. Ebenso kostet diese Arbeitszeit zur Brutzeit der Vögel, etwa von März – Mai/Juni das gleiche wie von Juli – September und tagsüber das gleiche wie nachts. Ein gutachterlicher Sommerschlussverkauf oder kostengünstige Randzeiten wären mir zumindest neu...

LG,

Martina




Geändert von Martina St. am 3.Aug.2015 14:47
 
     
Michael Dvorak


Forum-Birder
24 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-03 15:14


Zu Wolfgangs Bemerkung, dass "BirdLife-Streudaten" bei diesen Arbeiten verwendet wurden (oder) eingeflossen wären sei hier dezidiert festgehalten: Weder aus unserem "alten" Datenfundus noch aus ornitho.at ist ein einziger Datensatz in analoger oder digitaler Form weiter gegeben worden. Die Vermutungen von Wolfgang bezüglich BirdLife Streudaten treffen daher nicht zu.

Auch das direkte Kopieren fremder Daten aus ornitho heraus ist durch die Nutzungsbestimmungen, denen alle bei der Anmeldung zustiimmen müssen, nicht erlaubt.

Schöne Grüsse an alle

Michi & Norbert

 

 


 
     
JFE


Forum-Birder
346 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-03 17:17


Hallo,

@ Martina St.

auf deine polemischen Vergleiche gehe ich gar nicht ein. Ich erkläre dir, was ich mir gedacht hatte:

1) ein Gutachten mit 12 Stunden Erhebung im Feld für so ein Thema bei der Fläche ist wohl nicht ernst zu nehmen. Dies wird ein Fachkundiger feststellen können. Jeder Gutachter steht mit seiner Unterschrift (und seiner Befugnis) und seinem Ruf für das, was er im Gutachten feststellt.

2) zum zweiten (theoretischen) Beispiel von mir: Brutzeiterhebungen sind nur in der Brutzeit möglich ;-) Wenn man aber dazu nicht die Gelgenheit, kann man andere Daten verwenden?

3) an den Pranger stellen: dürfte wohl klar sein, was das im ursprünglichen Sinn bedeutete (der Willkür des Volkes ausgesetzt sein). Ich halte nichts davon, Menschen so in der Öffentlichkeit vorzuführen (was immer man demjenigen vorwirft).

4) Qualität hängt schon mit der Anzahl der Beobachtungsstunden zusammen (im Sinne von Mindestzeitaufwand). Wenn man das gewissenhaft macht, kostet das Zeit = Geld. Außer man kennt das Gebiet schon, dann hat man die Zeit vorher "investiert".

lg JFE


 
     
joho24



Forum-Birder
159 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-03 17:45


Ich darf noch anmerken, dass auch der im Gutachten zum WP Sigmundsherberg genannte Telemetrie-Ortungs-Nachweis des Kaiseradlers von Birdlife definitiv nicht zur Verwendung im Gutachten weitergegeben wurde


 
     
WTR


Forum-Birder
85 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-13 13:05


Hallo allerseits!


@Michi & Norbert
Danke für die Info, dass -bei diesen Arbeiten- kein einziger Datensatz weitergegeben wurde.

@joho24
Danke für die Info dass doch Daten weitergegeben wurden. Die für diese Arbeiten nicht freigegeben wurden.

Rainer Raab meinte dazu erst gestern: "Ich tausche mit BirdLife im Rahmen mehrerer Projekte Daten. Selbstverständlich verwendet BirdLife meine Daten mit Angabe zur Quelle und ich Daten von Dvorak, Berg usw. mit Angabe der Quelle."

Im Gutachten zum WP Siegmundsherberg steht auf Seite 13: "Datengrundlage: BirdLife Österreich".

...

Zur Sache, konkret zum geplanten Windpark Schwarzenbach.

Auch hier eine Info von Rainer Raab:
Aus seiner Sicht kommt bei einem Brutnachweis in zumindest 1,5 km um den Horst (- ist in NÖ normal das Minimum) ein Windpark nicht in Frage. Er würde, hätte er den exakten Horststandort, sich umgehend dagegen aussprechen. Neuesten Infos zufolge wird ihm der relevante Abstand zum Windpark von NÖ‘s Umweltanwalt Mag. Hansmann bestätigt, womit dann einem entsprechenden Gutachten nichts mehr im Wege steht.

Kurz nach seinem Horstbesuch hat der in der Sache wirklich sehr engagierten NÖ Umweltanwalt Mag. Hansmann übrigens ein eigenes Gutachten eingebracht und von BirdLife eine Stellungnahme erhalten. Obendrein hat auch die Bürgerinitiative durch Martin Pollheimer mit Unterstützung von Leopold Sachslehner und einigen weiteren Ornis (und einem Fotografen, ©RKT) ein eigenes Gegengutachten bzw. von Peter Sackl eine Stellungnahme (über die Schnittstelle Umweltanwalt) eingebracht.

Auf der technischen Seite hat zwischenzeitlich der Verwaltungsgerichtshof bei dem Projekt einen schweren Treffer angebracht und das Projekt geschreddert. Der Betreiber wird derzeit angezählt, bemüht sich aber mittels Revision wieder aufzustehen.


Insgesamt hat NÖ‘s Umweltanwalt, Mag. Tom Hansmann, eine Galavorstellung geliefert, ja hat es sich nicht einmal nehmen lassen den Horst vor Ort zu besuchen.

Es schaut also ganz gut aus, dass in Schwarzenbach dem Schwarzstorch ein traditionelles Brutgebiet erhalten bleibt.


WTR


 
     
Michael Dvorak


Forum-Birder
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RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-15 12:02


Hallo Wolfgang,

Es wird schön langsam fad, aber gleichzeitig auch ärgerlich.

Ich wiederhole also nochmals: Für die in deinem Posting erwähnten Gutachten hat Rainer Raab von Birdlife keine Daten erhalten. Der Datenpunkt vom Kaiseradler wurde (offenbar) einer europaweiten webseite ohne Wissen von BirdLife entnommen (www.satellitetracking.eu/), Korrekterweise hätte Rainer Raab also die webeite zitieren müssen und nicht "Datengrundlage: BirdLife Österreich" - wobei ich jetzt nicht überprüft habe, welche Einschränkungen bezüglich der Datennutzungb es auf der Webseite gibt.

Das es früher mit Rainer Raab bei Arbeiten im Nordburgenland einen Datenaustausch gab, stimmt. Daran ist auch nichtz Ehrenrühriges, und es handelte sich  dabei um Beobachtungen, die ausschließlich von H.-M. Berg und mir gesammelt wurden, darunter war nicht ein einziger Datensatz einer anderen Person und der Tausch diente dazu, unsere gemeinsame Wissensbasis über die Vogelwelt dieses Gebiets zu verbreitern. Rainer war nicht dazu befugt, unsere Daten in kommerziellen Gutachten zu verwenden und soweit ich weiß hat er sich auch daran gehalten. Diesen Austausch spricht Rainer und der hat überhaupt nichts mit dem gegenständlichen Thema zu tun.

Was er auch noch sagen hätte können ist, dass wir diesen Datentausch aus verschiedenen Gründen vor vier Jahren eingestellt haben. Rainer’s Aussage müsste also in der Vergangenheit zitiert ("tausch(t)e, verwende(t)e) werden.

Ich frag mich schön langsam schon, was du mit solchen an eine breite Öffentlichkeit gerichteten Postings bezweckst, die Aussagen anderer einfach verdrehen oder aus dem Zusammenhang reißen, und zwar in jedwede Richtung dir dir gerade zu passen scheint.

Ein bisschen kommt mir das alles schon vor wie beim "Fall für den Volksanwalt".

Zu leicht kann mit einer solchen Vorgangsweise allerdings auch Schaden angerichten, und ich gehe nicht davon aus, dass das deine Intention ist. Johannes hat z. B. NICHT geschrieben, dass Daten weitergegeben wurden sondern das gerade Gegenteil.

Michi D.

 

 

 

 

 

 


 
     
WTR


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RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-18 11:00


Hallo Michael!

Sorry, den Satz von joho24 lese ich zwar noch immer anders, nämlich dass sich das NICHT auf die nachfolgende Einschränkung -also zur Verwendung im Gutachten- bezogen hat, respektiere aber, dass er gegenteilig gemeint war. Es war demzufolge auch nicht beabsichtigt dich dermaßen aus der Reserve zu locken, aber ich wollte folgende Sauerei aus dem Gutachten Siegmundsherberg herausarbeiten:
Wenn dermaßen unseriös lächerliche 12 Stunden vor Ort erhoben wird um einen Windpark durchzuwinken (anders kann ich das nicht interpretieren), kommt einem da ein besendeter Kaiseradler, dem man das Gütesiegel "Datenquelle: BirdLife" umzuhängen kann, echt gelegen. Das hat allerdings mit einer seriösen Angabe von Datenquellen absolut nichts zu tun.

Kurz:
Da wird einem Gutachten (das ich persönlich als Haufen Mist bezeichnen würde) auf unzulässige Weise ein Gütesiegel umgehängt. Eine klassische Mogelpackung. Darauf wollte ich hinaus. Und ich denke DAS gehört in die Öffentlichkeit.

WTR


 
     
JFE


Forum-Birder
346 Beiträge

RE: "... fachlich völlig unbelastet ...", oder wie es geht mitten in einem etablierten Schwarzstorch Brutgebiet einen Windpark gut zu achten., 2015-08-18 16:44


Hallo WTR,

warum versuchst du krampfhaft BirdLife da mit hineinzuziehen? Jetzt hast du schon 2 öffentliche Stellungnahmen von Michi, und du hakst immer noch nach? Mich geht es ja gar nichts an, aber das erscheint schon seltsam. Vor allem macht es wenig Sinn, wenn jene, die FÜR den Arten-/Vogelschutz eintreten auch noch untereinander streiten.

Es wurde ja schon angeregt Mindeststandards für solche Erhebungen (von BirdLife und/oder einer Uni) (neu) herauszugeben. Ich kann mich dunkel erinnern, solche Standards in einer älteren Literatur gefunden habe. Hab jetzt nachgesehen: A. Gamauf, Mindestanforderungen an ornithologische Untersuchungen, in Wissensch. Mitteilungen des NÖ Landesmuseums, 9, S. 325-340, Wien 1996. Das wär ja eine gute Grundlage ;-)

gb Johannes Feichtinger JFE


 
 
     
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