Objektiv-Test
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Wolfgang Schweighofer


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Objektiv-Test, 2012-02-08 22:24
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Hallo,
immer wieder werden Anfragen bez. Tele-Objektiven gestellt. Ich bin nun in der Lage zu vergleichen.
Innerhalb von 5 min konnte ich einen Buntspecht am selben Ort mit meinen beiden Teles unter annähernd gleichen Bedingungen fotografieren. Ich habe diesmal nicht vergessen, den Stabi abzuschalten (dafür später, ihn einzuschalten ;-) und die Kanonen saßen auf einem Stativ. Die jeweils schärfsten Aufnahmen habe ich ausgesucht. Die Bilder wurden gleich geschärft und blieben sonst unbearbeitet.
Zuerst eine Aufnahme mit dem Canon f4/300:

Dann gestattete der Specht den Objektiv-Wechsel (es dürfte aber dazwischen ein Austausch der Männchen stattgefunden haben) und mein "altes" Sigma Zoom 150-500 kam mit 340mm zum Einsatz:

Meine Meinung: Im Vergleich wirkt die Aufnahme mit dem Canon schon um einiges brillanter. Die Farbwiedergabe scheint irgendwie unterschiedlich zu sein, wenn man auch bedenken muss, dass die Blende sich von 10 auf 8 verringert hatte. Aber wirklich unscharf sieht es jetzt bei dem Sigma auch nicht gerade aus.
Ich hab damit später auch diesen anderen braunflügeligen Specht bei ähnlichen Verhältnissen, etwas weiter entfernt, mit 370mm geknipst:

Eigentlich ganz okay?
Den Vorteil des Zooms spürt man natürlich: Man kann die Brennweite rasch auf das jeweilige Objekt einrichten und so auch die Kleinvögel beim etwas zu weit entfernten Futtersilo besser fotografieren.
Trotzdem hat es mich geärgert, dass heute das Mittelspechtweibchen sehr schnell anrauschte, als ich noch das Sigma draufhatte.
Ich hoffe, der Beitrag bringt manchem Interessenten für Teleobjektive ein wenig Aufschluss!
Bei den sog. "Profis" (ich weiß nicht, ob die alle welche sind) kommt zur Hardware dann ja auch noch persönliche Besessenheit und optimierter Einsatz dazu, weiters entsprechende Software und Bearbeitungsprogramme (hab da schon von sündteuren Schärfungsprogrammen gehört).
VG Wolfgang |
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WoIfsblood


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RE: Objektiv-Test, 2012-02-08 22:46
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Hallo Wolfgang!
Danke für den Vergleich! Bei den ersten 2 Fotos sieht man schon den deutlichen Unteschied im Schärfenbereich, nämlich beim Canon!
Bei Bild 3m geschossen mit dem Sigma, gleicht es sich wieder aus. Genauso scharf wie beim Canon. Habe ja auch gehört, dass bei den Riesenteles, die Schärfe im mittleren Brennweitenbereich am besten sind, alles ab 400mm unscharf.
War dein Canon 300er ein Setobjektiv oder wurde es extra erworben?
Mfg Ronny |
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Wolfgang Schweighofer


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RE: Objektiv-Test, 2012-02-08 23:58
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Da das 300er zur L-Serie gehört, wird man es schon aus Preisgründen kaum in einem set erwerben können. Ob die Bilder dann wirklich scharf werden, hängt ja unter anderem auch davon ab, ob der AF optimal trifft, ob der Specht den Kopf in der gleichen Schärfeebene hält wie die Flanke, welches Bild der Serienauslösung es ist usw.
Und wenn´s dann endlich scharf ist, dann hat der Specht sicherlich einen völlig verraumelten Schnabel...
VG Wolfgang |
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Roman M.

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RE: Objektiv-Test, 2012-02-09 08:53
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WoIfsblood: [...] Bei den ersten 2 Fotos sieht man schon den deutlichen Unteschied im Schärfenbereich, nämlich beim Canon! [...]
Kein Wunder wenn man bedenkt daß die Canon - Aufnahme mit Blende 10, die mit dem Sigma aber nur mit Blende 8 gemacht wurde. Das wirkt sich auf die Schärfe bzw. Schärfentiefe aus. Und erlaubt IMHO keinen objektiven Vergleich.
LG, Roman |
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JFE

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RE: Objektiv-Test; Software, 2012-02-09 08:57
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Ich habe inzwischen 3 Jahre Erfahrung mit Fotobearbeitung (vorher hatte ich keine Ahnung). Ich würde es so bezeichnen: Wo nichts ist, kann man auch nicht "zaubern". Belichtung und Farbkorrekturen gehen recht gut (mit Photoshop). Aber Schärfe ist schwierig. Da gibt es Grenzen, am ehesten geht noch Bild verkleinern und dann (dezent) nachschärfen. Wichtig ist auch homogene Flächen (z.B. unscharfer Hintergrund) nicht zu schärfen. Für fotografisch "schöne" Bilder kann man Schärfen idR vergessen, ein schlechtes (=unscharfes) Foto ist selten zu "retten". Gerade Fotos mit vielen Details oder wo die Schärfenebene falsch liegt (nicht am Hauptmotiv) sind schwer nachzubearbeiten. Da lohnt die Mühe nur in Ausnahmefällen.
Bei Belegfotos geht viel in Bezug nachbearbeiten. Wettbewerbe wird man damit aber nicht gewinnen ;-).
lG JFE |
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Wolfgang Schweighofer


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RE: Objektiv-Test, 2012-02-09 19:35
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Ein paar zusammenfassende Reaktionen:
Zwischen Blende 8 und 10 liegt jetzt nicht gerade die Welt - im Auwald legen sich immer irgendwelche Äste vor die tiefstehende Sonne, manchmal dünne, manchmal stärkere. Somit gibt es innerhalb kürzester Zeit immer wieder leichte Lichtschwankungen. Am Schärfeergebnis ändern die wohl nix. Um die Schärfe zu beurteilen, schaut man am besten auf die weißen Federn, die an der Flanke ins Schwarze ragen, dort wird der AF in der Regel zuschlagen. Ich stelle da überraschend wenig Unterschiede bei den beiden Objektiven fest (vgl. auch das Mittelspechtbild mit dem Sigma).
Die Kleinvogel-Bilder mit dem Sigma haben mich enttäuscht. Wenn der Silo zu weit weg ist, helfen auch die 500mm nicht, die feinen Federstrukturen aufzulösen.

Zur Bildbearbeitung: Ich habe einige Insider-Infos, demgemäß schaut es doch ganz anders aus. Geschärft wird natürlich ganz generell und es werden auch spezielle Programme dafür gekauft. Ein unzureichendes Bild wird man aber damit sicher nicht retten, sondern dieses löschen. In diesem Bereich werden unzählige Fotos gemacht, mit Serienauslösung. Nur wenige von 100en werden am Ende genommen, zahllose gelöscht. Hab ich selber heute gemacht nach einer Zwergsägeraktion. Im Prinzip war es eine tolle Sache, aber WTR hatte Sonnenlicht und außerdem ein 500er ;-) Wir bleiben aber dran und haben bereits einen neue Taktik :-))
VG Wolfgang
PS: Ich müsste mich in der Bildverarbeitung verbessern, die Frage ist: Zahlt es sich aus? ich bin eigentlich schon recht zufrieden - wenn man mit dem Fotografieren vor ein paar Jahren vergleicht, ist es ein Wahnsinn, was man heute erreichen kann. Ein "Profi" brauch ich ja nicht mehr unbedingt werden ;-) |
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Roman M.

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RE: Objektiv-Test, 2012-02-10 08:17
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Wolfgang Schweighofer:
Ein paar zusammenfassende Reaktionen:
Zwischen Blende 8 und 10 liegt jetzt nicht gerade die Welt [...]
Die Welt nicht, aber immerhin eine Blendenstufe und die kann viel entscheiden (siehe Link).
Wolfgang Schweighofer: Die Kleinvogel-Bilder mit dem Sigma haben mich enttäuscht. Wenn der Silo zu weit weg ist, helfen auch die 500mm nicht, die feinen Federstrukturen aufzulösen.
Ich habe kein Objektiv mit dieser Brennweite, tut aber nichts zur Sache. Abblenden sollte in jedem Fall helfen, unabhängig von der Brennweite.
VG, Roman
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Wolfgang Schweighofer


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RE: Objektiv-Test, 2012-02-10 10:04
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Dabke für deine Hinweise.
Wie gesagt, es ging mir hier nicht so um Schärfentiefe-Gewinn, sondern um die Schärfeleistung an sich. Beim Sigma-Bild besteht das Problem, dass dieser Specht den Kopf zentral hält und somit dieser Bereich den einen oder anderen cm hinter der Schärfeebene liegt. Macht aber nichts, dort kommen jedesmal 10 Buntspechte und ich hab schon hunderte Male auf die ausgelöst ,-) Die mangelnde Brillanz führt sich vermutlich auf die braunere Grundfärbung des 2. Buntspechts zurück, beim 3. Specht relativiert sich das eh wieder. Ich denke jetzt generell, dass das Sigma nicht zu Unrecht ganz gute Kritiken und Bewertungen erhalten hat, man muss es nur richtig handeln.
Bei den Kleinvögeln hilft natürlich am meisten, das Tarnzelt ein paar m nach vorne zu rücken ;-) Hab ich bisher nicht gemacht, weil ich in 1. Linie auf Mittelspecht und vor allem auch Kleinspecht (der leider bisher ferngeblieben ist) aus war und diese mit der neuen Festbrennweite (wo ich eben auf einer gewissen Distanz bleiben muss) erledigen wollte. Schade um die herrlichen Stieglitz-Gelegenheiten...
VG Wolfgang |
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WoIfsblood


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RE: Objektiv-Test, 2012-02-10 10:58
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Da ich aus beruflichen Gründen die Gelegenheit habe, mir Objektive auszuleihen, dachte ich mir ich leihe mir diesmal ein gutes 300er Tele aus. Ich dachte an Wolfgang seine. Später bemerkte ich jedoch, dass es sich um keine L Serie handelt. Es ist aber jetzt schon ein deutlicher Unterschied im Schärfenbereich zu sehen, als wie mit den alten Objektiven.
Habe dazu noch Urlaub, mal sehen was das Helenental so bietet :) Fotos folgen natürlich!
Mfg |
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Wolfgang Schweighofer


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RE: Objektiv-Test, 2012-03-10 19:15
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Hallo,
ich habe heute noch einmal Gelegenheit gehabt, die beiden Objektive im selben Einsatzbereich zu vergleichen. Ich hatte mir nämlich vorgenommen, endlich mal raufende Kernbeißer zu fotografieren. Dazu braucht man jedenfalls das Zoom, andernfalls müsste man das Versteck ein paar Meter zurückbauen.
Bei dieser Gelegenheit erwischte ich mit dem Sigma einen weiblichen Kernbeißer, der für über 1 Sekunde ruhig hielt, mit dem schärfstmöglich eingestellten AF konnte ich dabei aufs Auge zielen:

Aufgenommen mit 370mm (crop), 1/1000s, f10 ISO 640
Für ein Sigma-Zoom ist das Ergebnis ganz ordentlich, hab heute mit dem Canon 300er nichts Besseres zusammengebracht. Hier die noch rel. besseren von heute:




Schade, dass bei dem direkten Sonnenlicht das Blau der Kernbeißer-Handschwingen nicht kommt. Habe jedenfalls für den heutigen Tag das Zelt extra auf Vormittagsbetrieb umgebaut (unter der Woche habe ich ja leider keine Zeit am Vormittag). Der Aufwand hat sich leider kaum gelohnt: Wenn ich auf Zeisige konfiguriert habe, kam es zu den schönsten Kernbeißer-Raufereien in Serie. Hatte ich alles auf die Kernbeißer ausgelegt, waren diese weg und es setzten sich der Reihe nach voll durchgefärbte kanariengelbe Erlenzeisig-Männchen auf den Ast, um sekundenlang (!, sonst sitzen die nur Zehntelsekunden) auf meine Auslösungen zu warten, die nicht kommen konnten...
In so einem Tarnzelt macht man manchmal echt was mit, nicht nur Kälte....
Nur 2 Chancen übrigens mit den raufenden Kernbeißern, ist mir leider nicht aufgegangen. Muss das aufs nächte Jahr verschieben und kann mir noch 1 Jahr die optimale Konfiguration überlegen ;-)

Jedenfalls: Kernbeißer und Erlenzeisig (mit seinem Kanariengelb) zählen zu meine Favoriten beim Fotografieren im Garten - speziell, wenn so wie heuer keine Gimpel und Bergfinken kommen.
VG Wolfgang
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CRO

Moderator
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RE: Objektiv-Test, 2012-03-11 20:07
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Hallo Wolfgang! Gratuliere zu diesen tollen Fotos - hab sie mir letzte Nacht schon am Android-Phone angeschau - da war ich sprachlos...irgendwie kommen am Computer-Bildschirm die kräfitgen Farben leider nicht soo toll rüber....dürfte mit dem Forum zusammenhängen und nicht mit dem Bildschirm...naja Gratulation nochmal - Übung macht den MEISTER! Christoph ROLAND/bird.at |
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Wolfgang Schweighofer


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RE: Objektiv-Test, 2012-03-11 20:59
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Scheint eine Frage der Bildschirm-Einstellungen zu sein ;-)
Ich wollte ja wirklich nicht mit den Bildern angeben, sondern vielmehr zeigen, dass das Sigma zu einem recht moderaten Preis bei guten Lichtverhältnissen durchaus konkurrenzfähig sein kann. Der Fotograf muss halt das ganze System bedienen können und da mache ich dank der Hilfe einiger Kollegen nun anscheinend langsam Fortschritte. Mit einzelnen Rückfällen halt wie bei der vermurksten (oder wie ein namhafter Vogelfotograf es nannte "verschissenen") Wanderfalkenkopulation (siehe C300).
Liebend gerne hätte ich diese gestrigen Bilder nun eben gegen die Sichtungen von Sperlings- und Raufußkauz vom selben Tag eingetauscht (siehe C300). Den letzteren wenigstens einmal in freier Wildbahn zu sehen, davon träume ich jetzt schon 20 Jahre. Bin auch gestern Nachmittag im höheren Waldviertel unterwegs gewesen, aber dort herrschte störender Wind - von Sperlings- oder gar Raufußkauz nix zu merken trotz etwa 10000 Pfiffen. Nur die starken Kleinvogelreaktionen bewiesen, dass es die dort oben gibt.
VG Wolfgang
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